Dienstag, 8. September 2015

Zofingen vs. Clemens - 1:0 mit Verlängerung

Über 7 Studen Renndauer: Das. war. hart
Den kurzen Triathlonsommer jetzt noch zusammenzufassen ist müßig. Es waren ein paar kleine, gute Rennen aber eigentlich lief alles auf den Start bei der Duathlon Langdistanz WM hinaus:
Powerman in Zofingen. 10km laufen-150km laufen-30km laufen.
Die 27. Auflage, mein erster Start bei diesem Kultrennen.

Ich hatte mir nichts Großes vorgenommen, wollte nur an den Start und natürlich ins Ziel. Nach einem Blick in die Resultate der Vorjahre hielt ich jedoch eine Zeit von 7 Stunden für die Gesamtdistanz für machbar. Das wäre ca. Platz 15-20 in der Endliste. Ich war gut vorbereitet-im Nachhinein aber nicht gut genug. Die Laufform war ganz solide aber im Rennen selbst habe ich dann auf dem Rad etwas übertrieben. Die Top 10 gesamt waren auf einmal greifbar und ich riskierte etwas zu viel an Energie.
Am Bike hat´s nicht gelegen: mal wieder Top Material von Stevens

Auf dem anspruchsvollen Kurs muss man für so einen Anfängerfehler bitter bezahlen...
Vor 4 Jahren wäre das noch gut gegangen-da war meine Rennhärte besser und auch der Fokus ein anderer aber aus dem harten Rennbusiness bin ich raus und hätte mich mal besser auf mich selbst konzentriert anstatt Platzierungen zu zählen.
Am Ende des Radparts waren meine Duathlon Festspiele jedenfalls vorbei und spätestens als ich im ersten langen Anstieg zu Beginn der Laufstrecke mit Rücken- und Magenproblemen zu kämpfen hatte, war klar dass es in die Verlängerung geht ohne wirkliche Chance auf einen Ausgleichstreffer... 
In schwarz/rot/gold noch halbwegs aufrecht ins Ziel...
Am Ende bleibt nach 7:19Stunden getreu dem Motto "Results-not reasons" ein 27. Gesamtrang stehen-die gleiche Platzierung wie nach dem ersten 10 km Lauf.
Bei einer schlechten 73. Zeit im letzten Lauf über 30km konnte auch die 7. beste Radzeit die Gesamtplatzierung nicht verbessern...
Also 6,5 Stunden umsonst gerannt ;-)

Da ich mir nicht viel aus Altersklassenwertungen mache (wo ist der Unterschied zwischen einem 28 und einem 34 jährigen Läufer?) hält sich die Enttäuschung über das knapp verpasste Podium in der AK 35-39 in Grenzen. Ich hatte hauptsächlich das Erreichen der Ziellinie auf der Liste und kann den Punkt "Powerman mitmachen" nun streichen.
Ich hab es nicht bereut in Zofingen zu starten. Das Rennen ist nicht ohne Grund ein Szeneklassiker, die Strecken hart und fair und die Organisation auf einem Top Niveau. Auf jeden Fall eine Top Veranstaltung abseits des Ironman/Challenge "Mainstreams".

Dennoch wird es so schnell kein Rückspiel geben. Die Vorbereitung auf ein so langes Rennen war in den letzten Wochen doch recht zäh und ist nicht immer familienfreundlich. Die Wochenenden sind halt irgendwie weg. Der Junior wartet auf die nächste Faltboot Tour auf der Weser und die Hecke schneidet sich nicht von selbst...

In diesem Sinne-anpacken und weitermachen!
 
 
 

Montag, 27. April 2015

Der Hermannslauf - das Hawaii Ostwestfalens.

Das erste sportliche Highlight dieses Jahr ist "gelaufen":
Der OWL Kultlauf von Detmold nach Bielefeld über bergige 31 Kilometer zählt in der heimischen Läuferszene ALLES.
Ich konnte den Hype jahrelang nie so ganz nachvollziehen.
Nur ein Geländelauf in der Provinz. Schöne Strecke aber nichts Offizielles mit Vermessungsprotokoll-noch nicht mal volle Marathondistanz...und schon lange kein Triathlon mit Hawaiiqualifikation.
Aber genau das macht den Hermannslauf aus:
Man unterschätzt ihn-so wie man eben viele Ostwestfalen unterschätzt. Das ist schon den Römern passiert und mir 2000 Jahre später auch.
Um nämlich in OWL als guter Läufer zu zählen, gibt es in der Szene die magische 2 Stunden Schallmauer-alles was länger braucht ist aller Ehren wert, zählt aber hinter vorgehaltener Hand in die Kategorie "Jogger". Triathlontitel zählen nicht.
Vor 3 Jahren wollte ich das mitten im Umzugsstress mal schnell erledigen und bin wie Varus damals voll in den Hinterhalt gelaufen: zu schnell angegangen, ziemlich eingebrochen, hab gelitten und war 20 Sekunden zu langsam...
Die vielen steilen Bergab-Passagen machen Triathleten-/Radlerbeine ziemlich fertig und es ist muskulär schwierig, das Tempo auf den letzten 10 Kilometern zu halten.
2015 ein neuer Versuch mit einer besseren Starttaktik und als Schatten von Routinier und Sieger von 1999 Ingmar Lundström.
Der weiß wie man sich das Rennen einteilt:
 
Ingmar und ich kurz vor dem Tönsberg,
 
Als ich 6 Kilometer vor dem Ziel mal zu rechnen anfing, musste ich leider feststellen: zu wenig Zeit für zu viel Strecke!  Die Oberschenkel wurden jetzt auch fest, ich konnte zwar das Tempo halten aber nicht noch schneller laufen. Den letzten Kilometer passierte ich bei 1:57:00 Stunden... Einem tapfer kämpfenden Jan Kerkmann konnte ich zwar noch beim überqueren der Ziellinie helfen aber da war die Zeit schon abgelaufen.
2:00:41 Stunden und Platz 13...
 
Was soll ich sagen? Es war toll! Nächstes Jahr nochmal.
Die Vorbereitung war ja Dank Strava so transparent wie nie
(in 2015 bisher 963km in 74 Läufen=56km/Woche-ist ausbaufähig).
 
Allen anderen Mitläufern die auch so wie ich dieses mal, an ihren sportlichen Zielen gescheitert sind, möchte ich noch folgendes zum lesen/nachdenken mitgeben:



"The greater danger for most of us lies not in setting our aim too high and failing short; but in setting our aim too low and achieving our mark". -Michelangelo-
Weiter geht´s!

Dienstag, 10. Februar 2015

Power On!

Ja, ich hab alles schon gemacht: IronMan, StrongMan, EmbrunMan, Heidelberg- und Bielefeld-Man. 

Es gibt aber immer noch ein paar Veranstaltungen, die ich noch nicht besucht habe. Der "PowerMan" in Zofingen ist eine davon. Diesen Duathlon (Triathlon ohne schwimmen-nur härter.) in der Schweiz gibt es schon seit 26 Jahren und als ich selbst mit Triathlon anfing, war das immer die Saisoneröffnung für die großen Rennen in Europa. 1993 gab es dort mehr Preisgeld als auf Hawaii beim Ironman! Schweizer halt.
Nun ist der Duathlon-Boom vorbei und fristet ein Nischendarsein in einer Randsportart aber das Rennen gibt es immer noch und dient mangels Alternativen auch schon seit Jahren als
"PowerMan Weltmeisterschaft".
Und ich bin da noch nie gestartet. Das soll sich ändern.
Die Anmeldung ist raus, der Verband muss das noch durchwinken aber aller Voraussicht nach geht es im September als Altersklassen Sportler in die Schweiz. Urlaub ist genehmigt. 

Die Profi-Jahre sind bekanntermaßen ganz bewusst vorbei. Die Prioritäten im Tagesablauf haben schon länger nicht mehr viel mit Ausdauersport zu tun (wobei im Job vieles gleich ist: Ziele setzten, arbeiten, durchkämpfen...erfolgreich sein) aber ich bin nach wie vor "aktiv" und mit Leidenschaft dabei. 
 
Und daran wird sich auch 2015 nichts ändern.

Kona 2005 (c) ASI Photo
Was sich auch nicht ändert, ist die fortlaufende Zusammenarbeit mit meinem langjährigen Ausrüster Skinfit.
In Engelskirchen und Koblach sieht man es nach wie vor gerne, wenn mein Name mit den Multisport-Produkten der Firma in Verbindung gebracht wird.
Das freut mich sehr und macht auch ein wenig stolz. So wird eine Dekade voll:
2005 hatte ich erstmals Kontakt mit den Produkten, es reichte für ein Hawaii-Finish. Die Laufhose nutze ich heute noch... das nenne ich nachhaltige Unterstützung.
Danke ist in dem Fall ein Understatement.

Wer sich für Trainings-Kilometerleistungen von berufstätigen Familienvätern und Ex-Profis interessiert, dem kann ich die Strava Plattform sehr empfehlen. Es macht Spaß, per GPS sein "Revier" zu markieren und zu sehen, wer schon mal alles durch das Ilsetal gerannt ist oder wer mit dem Rad zur Arbeit fährt und was die eigene Zeit auf der Strecke so wert ist. X-Box für Ausdauersportler.
In diesem Sinne:

Montag, 3. November 2014

Was läuft?

Ja, es läuft noch was. Vor allem die Zeit. Es ist schon November und die letzten neun Wochen vergingen im Zeitraffer.
An das Ende der deutschen Triathlonsaison knüpfte der Arbeitgeberwechsel nahtlos an. Da kam eine ausgedehnte Saisonpause gerade richtig.
Mit der Restform konnte ich mich aber immerhin noch beim Firmenlauf in Herford an einem guten Xylem Watermark Teamergebnis beteiligen.
Das Bild stellt die aktuelle Situation gut dar: zuversichtliche Zufriedenheit.


Foto: Yvonne Gotschlich/NW

Sportlich lasse ich den Winter jetzt erstmal auf mich zukommen.
Gut sichtbare Bekleidung aus der Skinfit Safety Linie ist geordert so dass ich bei den Feierabendläufen nicht unter die Räder komme.
Ein solider Silvesterlauf ist das nächste sportliche Ziel.

Frohes Schaffen!


Samstag, 30. August 2014

Allgäu Triathlon - kein Finish...

Mehr Allgäu geht nicht...

Nachdem man jetzt eine Woche in der Ergebnisliste nach mir gesucht hat, bin ich auch wieder aus dem Allgäu-Urlaub mit der Famile zurück. Schön war´s!

Der Einsatz beim Allgäutriathlon war allerdings leider nur von kurzer Dauer.  Kalt war´s.

Bei dem "Kuhlt-Status" des Rennens, der sehr guten Organisation und den schönen Strecken in Immensadt  muss ich den Zieleinlauf irgendwann nachholen.
Mit dem Kommentar "Results -  not reasons!"  will ich es auch dabei belassen.

In Köln beim "CTW" sollte ein versöhnlicher Saisonabschluss (vielleicht bei nettem Spätsommerwetter? ;-) gelingen da ab September auch neue berufliche Aufgaben vollsten Einsatz verlangen.

Gehen wir es an! 

Mittwoch, 6. August 2014

Nummer 3 lebt...

Nummer 3 lebt: in Ulm das vierte Podium im vierten Rennen der Saison.
Die Rennpause war lang aber der Juli war für mich persönlich auch recht turbulent. In der Arbeiswelt stehen halt auch immer mal wieder neue Herausforderungen an, auf die man reagieren muss.
Ende Juli wurde das Fahrwasser aber wieder etwas ruhiger und passend dazu kam aus Hamburg ein neues Spielzeug von Stevens Bikes:
 
Das neue "Tropheo" Bike - macht auch in Kurven eine gute Figur...Radbestzeit in Ulm
Für den Rest der Saison darf ich ein "Tropheo" Zeitfahrrad in Teamlackierung testen und nach ein paar Umbauaktionen (Rotorkettenblätter an DA Carbon Kurbeln, 10-fach Bernerschaltwerk) und Feineinstellungen an der Sitzposition kam auch schon das erste Rennen mit dem neuen Rad.

Beim Einstein Triathlon in Ulm hatte ich als Vorjahressieger eine gewisse Verpflichtung wieder dort anzutreten. Da die Veranstaltung schon bei der Erstauflage top-organisiert war und mein Ulmer Fanclub um die Familie Kraus und Ihren Freunden schon auf mich wartete, fiel mir eine erneute Startzusgage nicht schwer.
Meine Form war nicht so gut wie im Vorjahr und so war die Vorgabe mit Startnummer "1" ins Rennen zu starten schon sehr hoch aber der Kurs liegt mir und ich wollte alles geben.
Da die Donau bzw. die Iller sehr viel kaltes Wasser führte und somit die Strömung und Wassertemperatur lange Zeit an der Grenze zur schwimmbarkeit lagen, wurde erst am Abend vor dem Start entschieden ob es einen "Bike+Run" oder doch einen regulären Triathlon geben würde. Zur Freude aller Teilnehmer nahm der Veranstalter das Restrisiko auf sich und gab die Schwimmstrecke frei! In der knapp 15 Grad kalten Donau war also wie im letzten Jahr der Start des Rennens.
Der gelang mir diesesmal problemlos und als ich 2,5 Minuten hinter dem Führenden aus dem kühlen Nass kletterte, hatte sich auch der Regen verzogen und die Jagd auf die Spitzenposition konnte beginnen.
Nach einigen Kilometern überholte ich Michael Wetzel (3. in Zofingen 2013!) und mir war klar, daß ich jetzt einen Begleiter für den Rest der Radstrecke hatte. Ich versuchte zwar an einigen Stellen (Klosterstiege-sehr steil!) mal ein Loch zu reißen aber einen Podiumsfinisher einer Duathlon WM hängt man nicht so einfach ab. Mir fehlte auch der berühmte "Bumms" in den Beinen, der den Unterschied zwischen einer guten und sehr guten Leistung ausmacht. Ich fuhr solide aber alles war harte Arbeit-den Erwartungen entsprechend. Marco Mühlnickel verteidigte vorne ganz alleine seinen Vorsprung. Ich war zwar schon mal auf unter einer Minute an ihm dran aber dann verbummelten Michael und ich in taktischen Spielchen wieder Zeit und der Rückstand in der zweiten Wechselzone betrug immer noch knapp 2 Minuten. Nun ist Marco (noch! irgendwann wird er es lernen ;-) kein Angstgegner im Laufen und ich sah da noch Möglichkeiten, ihn innerhalb der nächsten 20km einzuholen aber mit einem Top-Läufer wie Michael vom Rad zu steigen war nicht mein Wunschszenario. Ich eierte erstmal los-irgendwie fühlte ich mich etwas müde und konnte dem hohen Starttempo nicht folgen. Auf der ersten von vier Laufrunden rutschte ich von Rang 2. auf 5.! Der spätere Sieger Rainer Aumann flog an mir vorbei und gewann später dann auch dank Laufbestzeit von 1:13 Stunden!
Nach zwei Runden wurde ich nochmals überholt und war jetzt "nur" noch auf Platz 6. Irgendwie unbefriedigend. Dem Tempo konnte bzw. wollte ich noch nicht folgen. Es waren ja noch 10km zu laufen-da macht sich dann auch mal die Erfahrung aus ca. 300  Triathlonrennen bezahlt.
Am Donauufer sah ich dann alle vor mir aufgereit laufen: Platz 3-5, alle fein säuberlich über 200m verteilt. Also gab es jetzt mal einen Becher Cola und es konnte losgehen! Einer nach dem anderen wurde eingesammelt, den Dritten ließ ich noch etwas zappeln und erholte mich 100m in seinem "Windschatten" aber 3 km vor dem Ziel machte ich den Sack zu und lief vorbei-zum Glück ohne Gegenwehr! Der Rückstand auf Platz 2 war am Ende dann nicht mehr so groß aber mir fehlte zu Beginn der Laufstrecke die Form und Risikobereitschaft mit Michael mitzurennen. Möglicherweise wäre ich dann auch so geendet wie "meine Opfer" auf den Plätzen hinter mir.
Also bin ich mit dem 3. Platz durchaus zufrieden und vor allem das Laufen hat hinten raus richtig Spaß gemacht und war spannend!
Alles in Allem mal wieder ein tolles Wochenende in Ulm! Bisher kann ich behaupten, alle Austragungen des Ulmer Triathlons bestritten zu haben...
Schon in drei Wochen geht es wieder in den Süden: der Klassiker Allgäu Triathlon in Immestadt steht an und ich darf dabei sein. Ich denke bis dahin wieder etwas mehr Dampf in den Beinen zu haben und dann auch beim Laufen von Beginn an alles auf "Risiko" zu stellen.

Als scharfes Tempotraining geht es am kommenden Wochenende nach Wiesbaden um in einer Staffel den Radpart zu übernehmen
Also gilt: Kette rechts!

Montag, 16. Juni 2014

Indeland Triathlon 2014 - Rang 3

Photo: Simons Papa
Nach dem Helfer-Einsatz in Bonn war ich in Aldenhoven eine Woche später beim Indeland Triathlon wieder selbst im Rennen. Nach Rang zwei im Vorjahr durfte ich auf Einladung des Veranstalters dieses Jahr wiederkommen. Bei der guten Organisation und den tollen Strecken keine große Überlegung meinen vierten Start in Aldenhoven zuzusagen. 
Die Mitstreiter wie Vorjahressieger Simon Jung, Altmeister (Sorry Thomas!) Thomas Hellriegel und noch eine Reihe "junger Wilder" versprachen ein spannendes Rennen.

Und es wurde spannender als manch einem lieb gewesen wäre:
Die erste Überraschung: schnellster Schwimmer war "Hell on Wheels" Thomas Hellriegel (aka "The Fish"). Wie erwartet lag ich 2,5 Minuten hinter der Spitze.und der Rückstand würde sich nicht von selbst verringern. Also war Raddruck machen angesagt. Das ging auch ganz gut aber bis ich Thomas nach ca. 55 Kilometern eingeholt und einige Verfolger abgeschüttelt hatte, war es doch ein hartes Stück Arbeit und ich hatte mehr Körner verschossen als mir lieb war. Abschütteln konnte ich den Überbiker nicht mehr und eine gute Minute vor uns hatte sich Simon an die Spitze des Rennens gesetzt.
Vor der zweiten Wechselzone in Aldenhoven setzte ich also auf Absichern. Hinter mir wusste ich taktisch gut fahrende und schnelle Läufer und Simon würde vorne schon sein Rennen machen...
Die zweite Überraschung: Simons Schuhe standen noch am Wechselplatz und es war auch noch kein Rad abgestellt. Ich wechselte schnell, konnte Thomas Hellriegel so etwas Zeit abnehmen und als ich auf die Laufstrecke ging, lag ich in Führung. Wo war Simon?
Die ersten 5km laufen waren trotz Position 1 sehr zäh und ich kam nicht so richtig in Schwung. Nach einem Energiegel und etwas Verpflegung wurde es besser aber da verlor ich auch schon eine Position an Robert Skazidroga. Wenig später flog auch Markus Hörmann an mir vorbei-keine Chance das Tompo mit zugehen. Also blieb Rang 3. mit etwas Luft nach hinten und ich spulte die restlichen Kilometer ab. Attakieren konnte ich nicht mehr aber ich fühlte mich 2 km vor dem Ziel auch nicht unsicher oder an der Grenze zum Einbruch.  Alles im Griff.
Die dritte Überraschung: Simon war noch im Rennen! Das war an sich eine gute Nachricht-der "Jung" hatte sich kurz vor dem zweiten Wechsel verfahren (kann er selbst sicher mehr zu sagen...) und war nicht etwa ausgestiegen oder gar in einen Unfall verwickelt ABER er war verständlicherweise schwer verärgert und rannte sich seinen Frust aus dem Leib. Er war auf der Jagd!
Als mich ca. 1 km vor dem Ziel sein Trainer Benjamin Herrera sehr fair aber doch etwas verhalten anfeuerte, schaute ich mich mal um und sah den weißen Anzug über das Feld flitzen. Also war Vollgas angesagt. Sieben Sekunden Vorsprung konnte ich ins Ziel retten. Stressig!

In Zahlen sieht das so aus:

1  Hörmann Markus     3:54:57 M20 1 7 0:27:21 0:03:00 3 2:09:47 0:01:54 2 1:12:53
2  Skazidroga Robert  3:57:07 M25 1 4 0:26:26 0:02:35 4 2:10:35 0:01:47 4 1:15:42
3  Coenen Clemens     3:58:47 M35 1 9 0:27:28 0:02:49 1 2:06:49 0:01:57 7 1:19:42
4  Jung Simon               3:58:55 M25 2 2 0:25:03 0:02:48 6 2:14:35 0:02:04 3 1:14:24
5  Hellriegel Thomas    4:02:52 M40 1 1 0:25:02 0:03:16 2 2:08:50 0:02:31 12 1:23:11


Alles in allem ein guter Tag. Mit meinen Schwimm- und Laufleistungen kann ich kein Rennen mehr gewinnen aber eine gute Radzeit verschafft mir immer wieder mal eine Podest-Platzierung und ein spannendes Rennen. Was will ich mehr.

Damit ist meine erste Saisonhälfte auch vorbei. In den nächsten Wochen stehen eine Fortbildung, die Fußball-WM und die Zuschauerrolle in Frankfurt und Roth auf dem Plan.
Rasenmähen, einige Schwimmbadbesuche und das ein oder andere lokale Laufevent kommen auch noch dazu und dann geht es im August/September noch mal rund auf dem Platz!

Donnerstag, 5. Juni 2014

Rheinauhafen Triathlon Köln

Startbereich im Rheinauhafen! (Foto: Veranstalter)
 
1 201 Johann Ackermann MACH3 Köln TM30 1 0:18:41 (1) 01:49 0:56:51 (2) 01:17 0:35:33 (2) 01:54:12

2 204 Julian Mutterer KTT 01 - EBL TM20 1 0:19:10 (4) 01:49 0:58:27 (3) 01:02 0:34:40 (1) 01:55:11

3 203 Clemens Coenen TV Lemgo TM30 2 0:21:18 (6) 02:03 0:56:09 (1) 01:12 0:37:01 (4) 01:57:45

4 206 Arthur De Saegher EBL-KTT01 TM20 2 0:19:07 (3) 01:41 1:01:11 (6) 01:09 0:35:53 (3) 01:59:02

5 205 Viktors Vovrusko C.T Piramida TM30 3 0:18:42 (2) 01:51 1:06:43 (40) 01:12 0:38:18 (6) 02:06:47



Rang 3. und somit Podium. Das die nüchternen Fakten beim Innenstadt Triathlon in Köln.

Ich war ja letztes Jahr schon bei der  gelungenen Premiere des Rheinauhafen Triathlons dabei, entschied mich dieses Jahr aber für die klassische Olympische Distanz (1,5-40-10) mit der Hoffnung auf ein schönes Rennen gegen die Kölner Jungs.
Das schwimmlastige "58" Format (3km im Wasser, 40km Rad, 15km laufen) ist eine nette Idee aber da ich mehr und mehr zum Nichtschwimmer werde und ich an die 3km bei 14,8 Grad Wassertemeratur keine guten Erinnerungen habe, reichten mir dieses Jahr die zwei Runden im Hafenbecken völlig aus.
Das Wasser war diesmal etwas angenehmer temperiert aber immer noch "Neo tauglich". Auf dem Foto sieht man noch den Wasserstand von 2013 als viele Teile Deutschlands mit Hochwasser zu kämpfen hatten und so auch der Rhein viel Wasser führte.

Zum Rennen selbst: Ein 90% Tag. Es ging nie schlecht aber so richtig auf Vollgas ging auch nichts. Trotz bewährtem Rasenmäher-Tapering am Freitag. 
Das machte sich im Wasser am deutlichsten bemerkbar. Für die erste Gruppe zu langsam, für die Verfolger zu schnell-also dümpelte ich im Niemandsland durch den Hafen und der Rückstand auf den Top-Schwimmer Johann Ackermann wuchs auf über 2,5 Minuten an...
Das ist ein bischen viel und so hielt sich vor allem zu Beginn der flachen Wendepunkt-Radstrecke mein Kampfgeist in Grenzen. Erst in der zweiten Hälfte konnte ich in die Top3 fahren und auch etwas Zeit auf die Spitze gutmachen.
Mit Julian Mutterer stieg ich noch vom Rad aber sein sehr schneller Wechsel und hohes Lauftempo rissen noch ein der zweiten Wechslezone ein beachtliches Loch und ich fand mich schnell damit ab den dritten Platz zu festigen.
Das gelang auch recht problemlos und so konnte ich das zuschauerfreundliche Rennen (2 Schwimmrunden, 9(!) Radrunden, 4 Laufrunden) an den Kölner Kranhäusern auf dem Podium beenden.
Das war ganz nett aber an der Topform muss ich noch etwas feilen. Ein Zahnarztbesuch ist u.a. auch eine dringende Maßnahme, um das körperliche Wohlbefinden zu verbessern...

Dieses Wochenende heißt es also nochmal etwas trainieren und sich beim Bonn Triathlon wie versprochen mal auf die andere Seite der Zielverpflegung zu stellen und den Finishern nicht nur im übertragenen Sinn das Wasser zu reichen.

"Warum ich denn nicht in Bonn starte?" wurde ich gefragt.
Meine drei Gründe:
1. So eine "Titelverteidigung" ist sehr stressig.
2. Ich habe im Ziel versprochen, in 2014 zu helfen.
3. Genuss entsteht durch Verzicht!

In diesem Sinne allen Startern am Sonntag viel Freude und ein gutes Rennen.


Dienstag, 20. Mai 2014

Rasen mit dem Rad!

 
Die ersten Triathlonrennen sind in Deutschland jedes Jahr mit dem Start der regelmäßigen Rasenpflege verbunden denn ab Mai wächst das Grün immer wie verrückt.
Ein Dilemma, denn die ersten schönen sonnigen Samstage möchte ich eigentlich auf dem Rennrad verbringen aber der Nachwuchs besteht in der wichtigen Fußball WM Vorbereitung auf einen bespielbaren Platz. Eine Lösung musste her...
 
So war für den Hameln Sprint Triathlon der Rasen schön kurz und einige Meter auf dem Zeitfahrrad als Vorbereitung absolviert.
(nein-die Konstruktion ist so nicht wirklich fahrbereit ;-) aber slowtwich.com fand es lustig)
 
Mit Rang 2 verlief der erste Triathlon der Saison sogar recht erfolgreich wobei ich die Platzierung hauptsächlich meiner sehr guten Radform zu verdanken habe (Sa Calobra lässt Grüßen). Vor allem im Wasser merke den Verzicht auf regelmäßiges und zielgerichtetes Schwimmtraining und so "verlor" ich das Rennen auch im Wasser und zu Fuß fehlt mir für richtig schnelle 5km (4600m in dem Fall) einfach der "kurzstrecken Kick".
Die unterschiedlichen Startgruppen machten für alle in den Top5 die Orientierung an Mitstreitern etwas schwierig aber so musste halt jeder bis ins Ziel alles geben und schauen was die Zeit am Ende des Tages wert ist. Mit Nils Reckemeier hat dann auch ein Hamelner Eigengewächs verdient gewonnen.
 
Die eigene Frau und der Vereinsnachwuchs des TV Lemgo überschwemmten auch das Podium bei den Altersklassen und Schülerrennen und so kann der Saisonstart als durchweg erfolgreich bezeichnet werden.
 
Bis zum Rheinauenhafen Triathlon in knapp zwei Wochen wächst der Rasen wieder und dann wird mal wieder zu Fuß gemäht-mal sehen ob das was bringt denn das Feld ist gut besetzt! 


Mittwoch, 7. Mai 2014

Freie Fahrt auf der Insel!



Man kann über "Malle" sagen was man will-ich bin seit 1994 (also 20 Jahre!) regelmäßig mindestens ein mal im Jahr dort-zum Rad fahren/Triathlon und Urlaub machen ist es für mich eine wunderbare Insel auf der es noch viel zu entdecken gibt auch wenn man mal nicht mit dem Rennrad unterwegs ist. (ich wiederhole mich...)
Bei solchen Bedingungen vergeht die Zeit wie immer viel zu schnell und so ist viel geschehen in den letzten Wochen. Wie jedes Jahr waren wir im Familien-/Trainingsurlaub mit dem Sauerland Team auf Mallorca unterwegs wo ich zwei Wochen lang als Radgruppenleiter für die ambitionierte "Gruppe1" über die Insel flitzen durfte.

Kurz vor der Abreise checkte ich noch bei einem Halbmarathon in Harsewinkel die Laufform und konnte diesen auch mit einer zufriedenstellenden Zeit (1:17h für 21,9km statt 21,1km) sogar gewinnen. (entspricht in etwa der Vorjahresleistung zum selben Zeitpunkt)

Auf der Insel selbst gelang dann trotz 30 Wochenstunden qualitativ hochwertigem Training ein guter Mix aus Sport und Familienzeit. Coach Peter hatte auch immer ein Auge darauf, daß niemand in die "Mallorca Falle" (noch mehr radfahren, kaum laufen/schwimmen) tappt und so hatten auch die Trainingsgäste eine gute Zeit mit steigender Formkurve in allen Teildisziplinen.

Die letzte Radtour führte dann zum jährlichen Formtest zur "Sa Calobra"-einer fast 10km langen Sackgasse im Gebirge. Relativ spektakulär in den Berg gebaut führt sie vom Meer bis auf die Passhöhe "Coll dels Reis".

Hier kann man mal ganz objektiv schauen was die Radform so macht da so ein Bergzeitfahren einigermaßen vergleichbare Bedingungen schafft (Gegen-/Rückenwind?).
Da ich im letzten Jahr schon mal die 30 Minuten Grenze knacken konnte, wollte ich das nun wieder schaffen oder sogar noch etwas schneller sein und es funktionierte:
"Der Beweis"
Die Vorjahreszeit konnte ich doch glatt um 5 Sekunden unterbieten.
Die 29:31 Minuten (wie immer von Schild zu Schild) sind nach 2,5 Wochen "Profitraining" solide!
Somit weiß ich meine Rad und Laufform (auch dafür gibt es im Sauerlandcamp einige Standardstrecken) auf gutem Niveau und bin für den Triathlonsommer ganz zuversichtlich.
Das ganze Training will natürlich erstmal verdaut werden und hier kommt dann auch wieder ein Hauptunterschied vom Profi zum Amateur: die Erholung!
Die kommt nämlich schnell zu kurz sobald einen nach dem Trainingsurlaub der Alltag wieder eingeholt hat und so dauert es wohl erfahrungsgemäß etwas länger bis sportlich wieder alles auf Vollgas laufen kann.
Das Zeitfahrrad und restliche Ausrüstung muss auch noch "kampfbereit" gemacht werden und so dient der Saisonstart beim Sprinttriathlon in Hamlen wie so oft einem Problelauf.
Kann gut gehen-muss aber nicht.

In jedem Fall gilt: LETS ROCK !!!
Tim auf dem "Gipfel" von Punta Es Carregador/Cala Ratjada.

Sonntag, 16. Februar 2014

Status Quo - don´t stop.



Es geht natürlich weiter. Das ist der Status Quo.
Das letzte Jahr war gut und sportlich sogar erfolgreicher als gedacht. Die 2x4 Wochen Elternzeit waren in dem Zusammenhang sicher nicht nur für die Familie und Kinder ein Gewinn an Lebensqualität sondern ließen auch die ein oder andere Trainingseinheit deutlich länger werden. Die Gesamtsiege in Bonn und Ulm stachen heraus aber auch der Wandertag bei der Langdistanz in Embrun war ein Highlight der besonderen Art was ich aber in der Form nicht mehr haben muss...
Die harten Fakten des Trainingsjahres 2013:
190km im Wasser, 10200km auf dem Rad und 2500km in Laufschuhen summierten sich so auf auf etwa 620 Stunden zusammen. Laut Kalender blieb an 62 Tagen im Jahr der Motor aus und es wurde zumindest sportlich keine Energie umgesetzt...
Soviel zur Hobby-Statistik.

Die Freude am Sport ist nach wie vor ungebrochen und die Lust auf harte Wettkämpfe groß. Derzeit sieht es so aus, als ob die Balance zwischen Job, Famile und Sport stimmt und auch mittelfristig so gehalten werden kann. Da kann man also Pläne schmieden:

Im groben steht der Rennplan schon fest (siehe rechte Seite). Die Crossduathlon-Phase lasse ich dieses Jahr weg. Zum einen ist ein Rennen in Herzebrock wegen einer Treibjagd ausgefallen und zum anderen ist der "Winter" bisher so erträglich, daß ich gar nicht nochmal vom Cross-/Straßenrad auf das MTB wechseln will. Es wird  zum Zeitvertreib bis zum Start der Triathlonsaison bei ein paar lokalen Crossläufen bleiben.
Ernst wird es wie immer erst im "Urlaub" auf Mallorca im Sauerland Team Camp.
Die Zeit in Font de Sa Cala ist inzwischen schon Familientradition und ein letzter Baustein für einen sportlich guten Sommer.
Ich habe noch nicht gemeldet aber als kleines Highlight steht der Start beim Duathlon-Klassiker in Zofingen auf der Liste. Ansonsten bleibt es vorwiegend bei Mitteldistanz-Triathlons.

Auch dieses Jahr bin ich in der glücklichen Lage, dass sich der Kreis der "Fans und Förderer" nicht wesentlich verkleinert und ich weiterhin als Testfahrer und Markenbotschafter in den Genuss von erstklassiger Ausrüstung und Unterstützung komme.
Dass das Team seit Jahren das gleiche ist bedeutet wohl, dass man mit meiner "Performance" zufrieden ist und mir auch ein weiteres Jahr sportlich etwas zutraut. Danke. Das motiviert.


Also "don´t stop"!


Mittwoch, 30. Oktober 2013

Frankfurt Marathon

Ach, da ist vorne? Ok...
Zehn Jahre nach meiner ersten Triathlon-Langdistanz (Ironman Zürich 2003) bin ich nun auch meinen ersten Solo-Marathon in Frankfurt gelaufen.
Die Vorbereitung war etwas kurz und fast schon halbherzig. Nicht daß ich faul war aber 400 Laufkilomter in 8 Wochen sind jetzt nicht gerade rekordverdächtig und man darf damit auch keine Wunderzeiten erwarten. Dafür stand ich unverletzt und gesund an der Startlinie.
Zum soliden Durchlaufen hat es aber gereicht und nachdem sich das Startfeld von ca. 14000 Teilnehmern etwas aufgelockert hatte, konnte ich die City-Marathon Atmosphäre auch etwas genießen. Das ist schon was anderes als in Roth am Kanal langzuwackeln oder auf einer Pazifikinsel auf einem Highway zu laufen. 
2:49:36 Stunden hat das gedauert. Zu einem Endspurt und Platz 330 konnte ich mich nicht aufraffen aber so konnte ich am Tag danach auch wieder problemlos Treppen steigen.
Das mag auch mit an den guten Schuhen vonn Mizuno gelegen haben ;-)

Ich denke schon, daß da noch Luft nach oben ist und es wäre mal ein Ziel in Richtung einer 2:30h zu laufen aber dafür müsste ich mich mal für 12 Wochen gut und spezifisch vorbereiten.
Das wäre mal eine Herausforderung und das tolle am Laufen ist ja auch, daß es so simpel ist. 
Das ist mir mal wieder beim Tasche packen aufgefallen: obwohl ich Schuhe und Trikot schon doppelt eingepackt hatte, war die Sporttasche für eine Nacht in Frankfurt trotzdem nur halb voll.
Wenns zum Triathlon geht, komme ich mit zwei Taschen kaum aus. Und das Rad muss auch noch mit...

Im Vorfeld des Marathons startete ich noch beim Herford Duathlon den ich nach 2011 und 2009 zum dritten Mal gewinnen konnte. Bilder davon gibts hier. Nicht daß es noch in Vergessenheit gerät. Die Veranstaltung kann ich als Multisport-Saisonabschluss nur sehr empfelen.

Ich schmiede jetzt ertmal neue Pläne, warte ab bis die Tage wieder länger werden (ab dem 21. Dezember gehts ja wieder in die richtige Richtung) und werde eventuell mal den Stevens Crosser bei einem Hobbyrennen durch den Dreck fahren, ein paar Trailkilometer laufen und meinem Sohn dabei zusehen, wie er schwimmen lernt.
Der 4-jährige meinte gestern Abend eiskalt, er schwimme bald schneller als ich und ich fürchte er hat recht! 


Mittwoch, 11. September 2013

Köln und Ratingen: Fünf zum Schluss

"Da simmer dabei...Viva Colonia!"
Die Distanzen wurden kürzer, das Wetter schlechter. Zum Anschluss (oder besser Abschuss) der Triathlonsaison gab es noch zwei Rennen hintereinander...
Im Frühjahr hatte ich schon leichtfertig meine Starts in Köln und Ratingen zugesagt. 
In Köln bin ich Dauergast (seit 2008 immer dabei) und an das Rennen der kurzen Wege in Ratingen habe ich Dank des tollen Teams um Georg Mantyk auch nur gute Erinnerungen.
Alles Rennen in NRW und mit wenig Aufwand zu erreichen.
Einziges Problem war, daß ich meine müden Knochen nach zwei Wochen Pause (1x schwimmen, 3x Rad für eine Stunde, 3x joggen..) wieder von Rennsport überzeugen musste.
Das Rennen oder zuminest der lange Tag in Embrun hat doch etwas Substanz gekostet und eine richtige Vorbereitung auf zwei harte Wettkämpfe war nicht drin.
Köln:
Am Vortag war ich noch als Coach/Betreuer/Fan bei den Starts meines Bruders (Sprintdisatnz Comeback nach 10 Jahren-den Startplatz habe ich ihm zum Geburtstag geschenkt... Bruderliebe!) und meiner Frau (erste Kutzdistanz nach Mias Geburt!) aktiv.
Da musste ich mal wieder feststellen, daß zuschauen und anfeuern ein harter Job ist!
Von daher bin ich mit dem 5. Platz echt zufrieden. An die Spitze konnte ich nicht vorfahren (zu wenig Power) und zu Fuß lief ich zwar konstant aber nicht schnell genug um den 3. Rang nach dem Radpart zu verteidigen. Das war nach einer Langdistanz nicht anders zu erwarten.
Platz fünf hieß: "in the money" - Volltanken und Essen gehen...

Ratingen:
Das tolle an so einer Rennserie ist, dass man in den 6 Tagen zwischen einer Mitteldistanz- und einem Kurzdistanzrennen nichts verkehrt machen kann-es sei denn man geht trainieren.
Ausruhen war angesagt. Wie müde ich war, merkte ich noch am Donnerstag: die 80km Hausrunde an die Weser habe ich abgekürzt! Nach 20km stand für mich schon fest, daß es heute über den Shortcut nach Hause geht. Nach 60 km konnte ich mich zum Glück in der Küche direkt über den Kuchen hermachen...
Die Einladung zum Ratingen Triathlon wollte ich aber nicht ausschlagen und das Rennen gab auch Gelegenheit, ein paar Sportskollegen wieder zu sehen und einen netten Tag mit Sport im Freien zu genießen. Leider bei Dauerregen...
Nach dem Schwimmen war für mich der Kampf ums Poduim allerdings schon vorbei. 1000m im Becken ohne meinen geliebten Sailfish Neo... ich hatte schon vorher ein dummes Gefühl aber als ich mich knapp unter 15 Minuten am Startblock hochzog stand für mich fest: ich werde Duathlet ;-) Nach einer Langdistanz kann ich 4 Wochen lang nicht vernünftig schwimmen.
Der Radpart im Dauerregen ging dann sturzfrei auf vollgesperrter Strecke über die Bühne und ich ging mit meinem Sauerland Team Trainingskollegen Sean Donelly auf Rang 5/6 auf die Laufstrecke. Ein guter Wechsel brachte Sean einen ca. 30-40 Meter großen Vorsprung und dabei bleib es auch. Einen "Swim-Biker" konnten wir noch einholen. Das Podium war weg. Um das Loch zu Sean zu schließen, hätte ich mich mal so richtig ausbelasten müssen.
Das konnte und wollte ich aber zum Triathlonsaisonende nicht mehr. Wieder Platz 5.
Drei Rennen in 4 Wochen machen müde aber so war es ein runder Abschluss eines unerwartet erfolgreichen Triathlon Sommers.

Die Beine brauchen jetzt mal eine Pause. Der Kopf wird im Job gefordert aber ich habe schon noch Lust auf einen sportlichen Herbst: es steht noch ein Duathlon im Kalender und ich habe eine Option auf einen Start beim Frankfurt Marathon. Ein Novum was mich reizt. 
Einfach mal "nur" laufen...


Samstag, 24. August 2013

Embrunman 2013 - Finisher!

"No, je ne regrette rien." und "Rien ne va plus."

Bereuen tue ich den Start und die Vorbereitung auf das legendäre Rennen in Frankreich nicht, auch wenn nach 18 Laufkilometern nichts mehr lief...
Oder zumindest ging nicht mehr viel-denn immerhin habe ich das Ziel erreicht!
Alles was zählt: T-Shirt und Finisher Medaille

Aber 11:50 Stunden hat es gedauert. Es wäre so oder so ein langer Tag geworden (meine schlechsteste Ironman Zeit von 9:35 Stunden wäre in Embrun Streckenrekord...) und ich spekulierte mit einer Rennzeit von etwa 10:30 Stunden.
Dank einer großen Wandereinlage beim Laufen ist es aber noch länger geworden.
Irgendwann ist jeder mal dran-mein erster Wander-Marathon in 10 Jahren...
"C'est la vie!"

Es war insgesamt ein zäher Tag. Es ging von Beginn an nie richtig gut aber auch nie wirklich schlecht bis auf einmal der Ofen ganz aus war.
Schon in der Vorbereitung hatte ich ein paar Kompromisse gemacht und u.a. ein langesTrainingswochenende zugunsten des Mitteldistanzrennens in Ulm "geopfert" (in Ulm konnte ich gewinnen). Coach Peter hatte mich gewarnt, daß wir damit womöglich schon zu früh in Form sind da ich in Roth im Rahmen einer Radstaffel auch schon eine Rennbelastung hatte (ich konnte mitte Juli bei der Challenge den 180km Kurs in 4:28 Stunden fahren).
Ich wollte es aber so, auch wenn ich insgeheim wusste, daß ein Rennen wie Embrun nicht mit Kompromissen in den Top10 zu finishen ist. 
Aber daß die Herdplatte heiß ist, glaubt man ja auch erst, wenn man sie (wieder!) berührt hat...
Angestachelt durch die Erfolge in den letzten Rennen, ging ich auch mit ein wenig zu viel Selbstbewusstsein in meine erste Langdistanz seit zwei Jahren.
Schließlich wäre ab Platz sechs nicht nur ein weiteres Rennen auf der Liste abgehakt, sondern auch reichlich Beute zu machen gewesen.
Spätestens nach dem Abfahren eines Hauptteils der Radstrecke-der Schleife über den 
Col de'Izoard-wusste ich: Es gibt nichts zu bereuen. Das wird ein tolles Rennen auf einem einzigartig wunderschönen Kurs-egal wie das Ergebnis ausfallen wird!


Tal der Durace auf der Rückfahrt nach Embrun

Die Guil-Schlucht auf dem Weg zum Izoard Pass

Durance Tal bei Guillestre (Wohnort), hinten rechts die Guil-Schlucht
Leider kamen dann vor und im Rennen noch zwei Probleme hinzu aber das nimmt man nach dem Rennen auch selbst immer gerne als Ausrede her. Results-not reasons. Trotzdem:
Förderlich ist eine eingerissene Fußsohle unter dem linken Ballen, die bei jedem Schritt ein wenig mehr einreisst, nicht. Die Füße sollten VOR einem Marathonlauf schon noch in Ordnung sein. Ich ging Abends vor dem Start ins Bett und sagte meiner Frau schon, dass ich nicht genau sagen könnte, ob ich morgen laufen kann! Der Weg vom Bade- zum Schlafzimmer war recht schmerzhaft. Ich bin schon mal zuversichtlicher aufgestanden...
Mit Rennluft und dem Adrenalin lief/ging es dann doch aber durch die ständigen kleinen Ausweichbewegungen machten sich nach einigen Kilometern die Achillesehne und die Knie bemerkbar...
In der ersten Abfahrt verfing sich noch ein Stück Plastiktüte, welches über die Straße wehte,
in meinem Hinterrad und ich konnte die Reste nie ganz aus dem Umwerfer entfernen. Bei hohen Geschwindigkeiten in den folgenden Abfahrten ließ somit die Kettenspannung nach und wenn ich nicht mehr mittrat hing die Kette etwas durch und machte Anstalten, in die Speichen zu fallen. Kein gutes Gefühl zwischen den Ohren wenn man nach dem Izoard über 20km am Stück bergab fährt...
Beginn der Abfahrt vom Izoard nach Briancon-im Rennen ohne Gegenverkehr!!!
Nun gut-man muss die Karten spielen die man hat und zusammenfassend lief der Tag so
(vielleicht eine kleine Anleitung und Lockmittel für zukünftige Embrun-Starter!):

Schwimmen:
Der Start erfolgte im sechs Uhr in der Dämmerung. Mit klarer Brille ist das zu schaffen. Von tiefer Nacht wie mir im Vorfeld berichtet konnte nicht die Rede sein. Der Landstart über den Kiesstrand war mit meinem lädierten Fuß nicht einfach aber im "Einsatzfall" merkt man ja nicht so viel. Größere Prügel gab es nicht und es ging ganz gut los. Mit dem Erlebnis aus Ulm (Probleme nach dem Schwimmstart) im Kopf hielt ich mich aber auch aus dem gröbsten Gewühl hinter der Spitze heraus und verschenkte somit etwas Kontakt nach vorne. Die Gruppe in der ich mich wiederfand verschwamm sich dann an einer Boje recht heftig (ca. 50m Umweg?) und somit war der Kontakt auf die erste Gruppe ganz weg. Auf der zweiten Schwimmrunde wollte ich das vermeiden und übernahm selbst die Navigation. Das kostete etwas Kraft aber zumindest wusste ich, wo´s lang geht...
Relativ unspektakulär verließ ich als 44. das Wasser. Zwei Minuten hatte ich sicher verloren aber hier in Embrun spielt das keine entscheidende Rolle. Im Gegenteil: so wurde ich nicht dazu verleitet, von Beginn an mit zu schnellen Leuten mitzufahren. Denn Heizdüsen gibt es auf dem ersten Streckendrittel in jedem Rennen.

Rad:
Am Material hat es wirklich nicht gelegen. Stevens Bikes setzte alle Hebel in Bewegung und stellte mir zwei Wochen vor dem Rennen noch ein neues Rennrad vor die Tür:
Stevens Comet mit Shimano Di2, Rotor Q Ring Kurbeln und Citec Laufrädern < 7kg!
Ein Traumrad auf dem neusten Stand der Technik. Vor allem die elektrische Schaltung ist ein Genuss. Man denkt immer, sowas braucht man nicht bis man es dann mal selbst gefahren ist.Die Mechanik ist aber wie bei allen Rädern auch und wenn eine Plastiktüte (es war glaube ich irgendwas womit Strohballen zusamenngebunden werden...) im Freilauf hängt, hat man Probleme...die ich teilweise recht schnell beheben konnte (Stichwort Krisenmanagement) aber ein gewisser Funktionsverlust blieb.
Dennoch teilte ich mir die Strecke gut ein. Das merkte ich daran, daß alle Renner, die mich auf den ersten 60 Kilometern ein- und überholten spätestens drei Kilometer vor dem Izoard Pass in der "Casse Deserte" wieder eingeholt hatte und die Jungs auch nicht so aussahen, als würden sie mich weiter begleiten. Wer am Col d´Izoard ein Bergzeitfahren macht, wird Embrun als gebrochener Mann erreichen! Das sei allen zukünftigen Startern als Tipp gegeben. Den Fehler machte ich nicht. Als 11. war ich oben und blieb es bis Embrun auch. Ziemlich einsame aber exrem faire Tour.
"Casse Deserte" kurz unter der Passhöhe. Kein Photoshop!

Die Abfahrt war trotz der etwas vergrößerten Sicherheitsreserve aufgrund der beschriebenen technischen Probleme ein Traum. Überhaupt die gesamte Strecke konnte man trotz der Rennatmosphäre gut fahren. 25mm Conti Reifen sind ein Plus bei Sicherheit und Fahrkomfort auf südfranzösichen Straßen.
In Embrun selbst kam dann der krönende Abschluss. Zum Glück hatte ich mir den Abschnitt auch vor dem Rennen angeschaut. Wenn man die letzten 10km nicht kennt, kann es sein dass Tränen fließen!
Höhenprofil-das Beste kommt zum Schluss...

Bei vielen Ironmans gibt man sich mit 176 oder 178km Radstrecke zufrieden. Das ginge in Embrun auch ohne weiteres. Aber der Renndirektor hält seit 30 Jahren an der Tradition fest, den Teilnehmern nochmal den Hausberg zu zeigen: Fünf Kilometer rauf (ca. 300 Höhenmeter) und eine Rumpelabfahrt wieder zurück in den Ort in dem man vor gefühlten sechs Stunden losgefahren ist (was ja auch stimmt denn in Embrun sitzt man gute 1,5 Stunden länger auf dem Rad als bei anderen Langdistanz Triathlons)
Ich trug es mit Fassung und versuchte die Aussicht auf den See zu genießen. Der XTerra Weltmeister Olivier Marceau fand das nicht so schön und überließ mir im Schlussanstieg kampflos den 10. Rang (er stieg dann aus). Auf der Abfahrt überrollte ich noch Frederik Croneborg (später Platz 5) und in den Top10 startete ich auf die Laufstrecke.
Müde aber nicht hoffnungslos.

Laufen:
Es würde nicht einfach werden-das war vorher schon klar. Aber die ersten drei Kilometer um den See auf grobem Schotter ließen mich doch schnell merken, daß es heute noch etwas schwieriger wird, als sonst. Ich hatte schon extra die etwas stabileren und dickeren Mizuno Trainingsschuhe (Elexir 8) in den Wechselbeutel gelegt aber die Fußsohle machte sich immer mehr bemerkbar. Der Abstand nach vorne zu den nächsten Platzierten war mit über 15 Minuten sehr groß. Von hinten drückten starke Leute nach und mir ging es nicht gut. Ich versuchte nicht an den Fuß zu denken und vergaß zu trinken. Trank ich etwas, merkte ich wieder den Riss in der Sohle...Ende der ersten Laufrunde brach ich völlig ein. Auf der welligen Strecke (mit einem größeren Anstieg) hatte ich in den bergauf Passagen keine Kraft und konnte mich nicht über den Vorfuß abdrücken und bergab laufen konnte ich auch nicht weil die Knie nicht wollten...
Ich verlor innerhalb von zwei Kilometern bestimmt 5 Ränge und blieb dann bei einer Verpfelgungsstelle stehen. Cola, kalte Schwämme, Salzstangen, weitergehen...fünf Schritte laufen...dann wieder gehen. Das "Rennen" war vorbei. Das merkte ich recht deutlich.
Man hat auf Langstrecken immer mal Tiefpunkte aus denen man aber auch wieder rauskommt. Das hier war anders. Irgendwann kam ich bei Kilometer 30 an. 
Was machen? Rausgehen? Es gibt eine Stelle, da kommen sich Radfahrer und Läufer entgegen. Ich war schon in der zweiten Runde und begegnette Sportlern, die noch den berühmten Hausberg hoch und runterfahren mussten und dann erst mit dem laufen beginnen würden. Die fuhren auch weiter. Mit welcher Begründung sollte ich also jetzt aufhören?
Die letzten sechs Wochenenden hatte ich komplett auf dem Rad oder bei Wettkämpfen verbracht. Was sollte ich also den Kindern (vor allem der Älteste checkt das so langsam: für Triathlons muss man üben) sagen? Den ganzen Tag hatte die Familie schon an der Strecke gestanden. Soll ich jetzt hingehen und sagen "Sorry Leute-ist nicht mein Tag, lasst uns Heim fahren..." 
Also das Ding musste irgendwie zu Ende gemacht werden. Wenn nicht laufend, dann gehender Weise. Auf den letzten Kilomtern galangen mir sogar noch ein paar laufähnliche Bewegungen. Die Marathonzeit von 4,5 Stunden spricht Bände. Das reicht in Embrun aber noch für Platz 55!

Der Zieleinlauf ist in Frankreich übrigens herrlich auf das Wesentliche beschränkt: Im Ziel gibt es T-Shirt, Medaille und einen Händedruck, danach Wasser, Cola und Pommes oder Baguette. Wer will kann fünf Minuten nach dem Zieleinlauf mit seinem Rad und restlichen Krempel die Wettkampfstätte verlassen. Auschecken und das Leben geht weiter!

Letzendlich bin ich sogar fast dankbar, eine Langdistanz mal aus der 12-Stunden Perspektive ins Ziel gebracht zu haben. Für den Großteil der Sportler ist das ja eine ganz normale Zeit und die wissen das vor dem Start schon: es wird ein langer Tag.  (Meine Frau hat das mehrfach schon geschafft-Hut ab!)
Es erfordert schon ein hohes Maß an Durchhaltevermögen, solange auf den Beinen zu bleiben und sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Gründe zum Aufhören gibts genug.
Unser Sport spielt sich ja (zum Glück) nicht hauptsächlich in den Sub8/9/10 Stunden Regionen ab sondern die breite Masse sind eben "ganz normale", gesunde Menschen die gerne Sport machen. Nach vielen Jahren im Leistungs/Profisport verliert man da die Perpektive.
Auch ich bin ja seit fast zwei Jahren wieder ein "normaler" Arbeitnehmer und Familienvater.
Mein Respekt vor den "12 Stunden Finishern" war schon immer groß aber ist durch die eigene Erfahrung noch gewachsen. "Courage" sagen die Franzosen.   

Embrun: ich komme wieder - zum Pässe fahren, paddeln und angeln ;-)
Ich habe ja schon (fast) alles gemacht: Hawaii, Lanzarote, St. George  (gibt es nur noch als Mitteldistanz weil angeblich zu schwer...) Alles was auf der Langdistanz als hart und gerecht gilt. Aber Embrun toppt alles. 
Die schönsten und anspruchsvollsten Strecken die ich weltweit kenne! 
Und mein Urteil wird nicht durch ein besonders gutes Resultat beeinflusst...
Als Fazit bleibt: Wer sein Triathlon Portfolio komplett haben will, muss in Embrun in der Ergebnisliste stehen. Jedes Jahr am 15. August hat man die Möglichkeit zur Teilnahme-seit 30 Jahren.

Unserer Familie hat es sogar so gut gefallen, daß der Sommerurlaub 2014 schon so gut wie sicher ist. Das Durance/Guil Tal ist traumhaft.
Mich wird Embrun also wiedersehen-als Zuschauer!
Denn das längste Rennen war wahrscheinlich (!) auch das letzte auf der Distanz.
Mit dem Embrunman kann ich einen Haken hinter ein Rennen auf meiner "ToDo" Liste machen und Triathlon Langdistanzen stehen da jetzt kaum noch drauf...

Es gibt noch viel zu tun!

Man sieht sich an der Strecke...